HISTORIE

Union des Pilotes - 30 Jahre und kein bisschen leise

1981 wurde die Union des Pilotes von einer handvoll Rallyebesessener gegründet. Anfangs lag das Hauptinteresse der Mitglieder an der Teilnahme an Rallyeveranstaltungen im In-und Ausland. Nach dem tragischen Unfall bei der Tour de Luxemburg und dem Rallyeverbot in Luxemburg wurde das Interesse an der Organisation einer Rallye bei den Verantwortlichen des jungen Vereins immer größer und am 1. April 1982 veranstaltete die Union des Pilotes dann ihre erste Rallye in Nittel (Deutschland), direkt gegenüber von Grevenmacher, um somit zu beweisen, dass der Verein über genügend Erfahrung verfügt, eine solches Rennen durchziehen zu können.

In den Folgejahren wurde immer wieder probiert, auf luxemburgischem Boden eine solche Veranstaltung zu organisieren, was aber an Versicherungsproblemen immer wieder scheiterte.

1985 sollte es dann erstmals klappen. Die Austragung dieser Veranstaltung wurde auf einem Privatgelände, der Carrière Cloos auf Bridel vorgenommen. Da es sich um ein Privatgrundstück handelte, gab es keine allzu großen Genehmigungsprobleme. Lediglich durfte im Namen der Veranstaltung das Wort "Rallye" nicht auftauchen, da es sonst wiederum unmöglich gewesen wäre, eine Versicherung zu finden, die die nötigen Garantien gestellt hätte. Somit wurde diese Veranstaltung unter dem Namen "Schottersprint" ausgetragen. Bereits bei der Erstauflage konnte ein riesiger Erfolg verzeichnet werden. Die Veranstaltung wurde von rund 5.000 Zuschauern besucht, was die Verantwortlichen anspornte, in diese Richtung weiter zu arbeiten.

Für die 1986er Veranstaltung wurde nun ein Teil der Carrière Cloos asphaltiert, um somit ein besseres und attraktiveres Rennen bieten zu können. Spitzenfahrer aus ganz Europa, Dänemark, Deutschland, Belgien, Holland und Frankreich wurden verpflichtet. Luxemburgische Topfahrer mieteten Topmaterial im Ausland und die Veranstaltung sollte innerhalb kürzester Zeit eine Ausnahmestellung in Europa einnehmen.

1987 organisierte die Union des Pilotes dann auch auf Wunsch des damaligen Präsidenten der Sportkommission erstmals ein Bergrennen, und zwar jenes in Eschdorf, damals unter dem Namen "Course de côte du Luxembourg". Die UdP brachte es bereits bei der Erstveranstaltung fertig, einen neuen Teilnehmerrekord für Luxemburg aufzustellen. Dabei war Nico Scheier, der Triebfeder des Vereins, ein origineller Trick behilflich: nachdem die Nennungen vorerst eher spärlich eintrudelten, verschickte er kurz vor Anmeldeschluss eine „Mahnung“ an unzählige Fahrer aus dem Ausland: „Wer nicht kommt, wird etwas verpassen.“ Und schon ratterte das Faxgerät im Minutenrhythmus. Im November des gleichen Jahres wurde auch wieder der "Schottersprint" organisiert, der von starken Schneefällen gekennzeichnet war und so zu einer Mini-Monte wurde.

Im Folgejahr verstarb der Eigentümer der Carrière Cloos und es war den Verantwortlichen der Union des Pilotes nicht mehr möglich, eine Genehmigung von den neuen Eigentümern dieses Privatgeländes zu erhalten. Somit musste diese Topveranstaltung sterben und der Union des Pilotes blieb nun nur noch ihr Bergrennen in Eschdorf.

Ab 1989 lief das Eschdorfer Bergrennen unter dem Namen "European Hill Race" und fand erstmals an dem mittlerweile zu einer Tradition gewordenen 1. Mai-Termin statt. Ab jetzt traten auch die Teilnehmer der deutschen Gruppe-H bei diesem Rennen an und kämpften hier um Punkte zum inzwischen legendären „Bergcup“.

Bei der Veranstaltung im Jahre 1995 stellte die Union des Pilotes einen neuen Europarekord auf. Noch niemals in der Geschichte des Bergrennsports waren zuvor so viele Formel 3000 am Start eines Bergrennens gewesen wie beim European Hill Race in Eschdorf.

Ab dem Jahre 2000 wird nun auch um Punkte zu den verschiedenen deutschen Bergmeisterschaften in Eschdorf gekämpft, was eine erneute Steigerung des Images dieses Rennens mit sich brachte.

Im Jahr 2001 musste diese Traditionsveranstaltung jedoch bedingt durch die Maul- und Klauenseuche auf ein späteres Datum verlegt werden, was natürlich für die Veranstalter große finanzielle Einbußen mit sich brachte. Die Terminänderung bedeutete weniger Teilnehmer und natürlich auch weniger Zuschauer.

Im gleichen Jahr übernahm die Union des Pilotes nun auch das Bergrennen in Nommern, mit der Zielsetzung, auch hier die Teilnehmer des Gruppe-H-Bergcups zu verpflichten. Die UdP erhält in der Tat die Zusage dieser Meisterschaft ab dem Jahr 2002. So nehmen im Jahr 2002 nicht weniger als 90 Fahrzeuge, davon ungefähr 45 Fahrzeuge aus dem Gruppe H-Lager, an der 2. Ausgabe der Hill Race Days in Nommern teil.

Die Krönung für die Union des Pilotes kam dann 2003 seitens der Gruppe H-Verantwortlichen und deren Fahrer. Das Bergrennen in Nommern 2003 wurde nämlich von den 13 zur Wertung herangezogenen Rennen aus Deutschland, Österreich und Luxemburg zum besten Rennen gekürt: Eine große Auszeichnung für die Organisatoren, die wir sehr zu schätzen wissen und die uns auch weiterhin anspornte, den Fahrern und den Zuschauern ein bestmögliches Rennen zu bieten.

Während das Eschdorfer Bergrennen 2005 für ein Jahr ausgesetzt wurde, wurde in Nommern weiterhin spannender Sport geboten. Für das Jahr 2006 wurden die Bemühungen der Organisatoren hier erneut belohnt. Die Hill Race Days Nommern erhielten eine Reihe neuer Prädikate. So zählte das Rennen nun auch als Lauf des AvD Sportwagen-Berg-Cup sowie des Classic-Berg-Cup. Das tolle Starterfeld und die leider spärlich erschienenen Zuschauer wurden jedoch vom Wettergott leider nicht verwöhnt. Während des Trainigs herrschten zum Teil sehr schlechte Wetterbedingungen, das Rennen am Sonntag konnte jedoch ohne größere Wetterkapriolen durchgeführt werden. Auch beim nach der einjährigen Pause wieder am 1. Mai ausgetragenen „European Hill Race“ in Eschdorf spielte der Wettergott dem Veranstalter und den hier dennoch sehr zahlreichen Zuschauern übel mit. Dennoch ging das Rennen dank zweier spektakulärer Darbietungen von Weltrekordler Georges Christen sogar ins Guinness-Buch ein. Durch die terminliche Nähe zum französischen Meisterschaftslauf in Abreschviller fanden zudem zahlreiche Vertreter der französischen Bergelite den Weg nach Eschdorf und führten zu einer Art Wiedergeburt der bereits totgeglaubten Veranstaltung.

In 2007 wandte sich die Union des Pilotes daher wieder mit voller Konzentration dem Traditionsrennen in Eschdorf zu, da sich der Verein aufgrund finanzieller Engpässe außer Stande sah, 2 Rennen in einem Jahr zu veranstalten. Die Hill Race Days in Nommern mussten also leider über die Klinge springen. Alle Prädikate wurden jedoch auf das European Hill Race in Eschdorf übertragen. Allerdings musste aus diversen Gründen vorerst ein Termin im Juni gewählt werden, was sich als wenig glücklich erwies.

Ab 2008 kehrte das Rennen somit wieder an den Mai-Anfang zurück und erhielt zudem nach mehrjähriger Unterbrechung erneut vom DMSB das deutsche Meisterschaftsprädikat verliehen, als einzige Auslandsveranstaltung. Ab nun schrieb Eschdorf jedes Jahr neuen Teilnehmerrekord mit jeweils weit über 150 Fahrzeugen, wobei Masse und Klasse sich die Waage halten. Massgeblich an diesem Erfolg war Orga-Leiter David Scheier, der inzwischen das Zepter von seinem Vater Nico übernommen hatte. Sein unermüdliches Bemühen, ausländische Topfahrer zum „European Hill Race“ zu locken, hatte Eschdorf längst zu einer der Hochburgen des europäischen Bergrennsports gemacht.

Umso härter trafen die „Union des Pilotes“ und das gesamte Motorsportvolk die Nachricht von Davids schwerem Feuerwerksunfall in der Sylvesternacht 2009/2010 und einen Monat später die Hiobsbotschaft von seinem Tod. Wenige Monate später folgte zudem der Unfalltod von Lionel Regal, der mit seinen sechs aufeinander folgenden Gesamtsiegen und dem immer wieder verbesserten Streckenrekord wie kein anderer Fahrer das Eschdorfer Bergrennen geprägt hatte und zugleich stets als einer der wichtigsten Botschafter des „European Hill Race“ gegenüber den europäischen und vor allem französischen Fahrern agiert hatte.

Und als sei dies immer noch nicht genug, verstarb nun wenige Monate vor der 2011er Ausgabe mit UdP-Präsident Marc Schiltz eine weitere wichtige Stütze des Vereins. In Erinnerung an Marc, David und Lionel und in der Hoffnung, den Motorsportanhängern in Luxemburg auch die kommenden Jahre noch attraktiven und interessanten Motorsport bieten zu können, arbeiten die Mitglieder der Union des Pilotes weiter mit viel Einsatz an ihren Zielen. Aus diesem Grund würden wir uns sehr freuen, Sie als Gast oder als Teilnehmer an unserem Bergrennen in Eschdorf begrüßen zu dürfen!

Patrick Weber

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